Förderkonzept

Am 01.03.2016 entschied die Schulkonferenz auf Vorschlag einer gemeinsamen pädagogischen Konferenz von Lehrerinnen und Lehrern und Elternvertretern einstimmig, das im Folgenden beschriebene Förderkonzept im April 2016 einzuführen.

3.1.1        Äußere Struktur – Rhythmisierung

An der Comenius-Gesamtschule dauert eine Unterrichtsstunde 67,5 Minuten.

Aus den örtlichen Gegebenheiten, wie z.B. der gemeinsamen Nutzung der Mensa mit anderen Schulen oder dem Bemühen, durch intelligentes Zeitmanagement den Comenius-Kindern überfüllte Schulbusse zu ersparen, entwickelten wir folgendes Zeitraster:

Tagesrhythmus

Schulbeginn 07.50 Uhr
1. Stunde 07.50 Uhr bis 08.57 Uhr
2. Stunde 09.05 Uhr bis 10.12 Uhr
Hofpause 10.12 Uhr bis 10.33 Uhr
3. Stunde 10.33 Uhr bis 11.40 Uhr
4. Stunde 11.48 Uhr bis 12.55 Uhr
Mittagspause 12.55 Uhr bis 13.43 Uhr
5. Stunde 13.43 Uhr bis 14.50 Uhr
Freiwillige Förderkurse (Deutsch/ Englisch/ Mathematik) Angebot unseres Kooperationspartners BEBS e.V. in der Mittagspause  und /oder  14.55 Uhr bis 15.40 Uhr

Wochenrhythmus

Montags, mittwochs und donnerstags wird nach dem o.a. Tagesrhythmus unterrich­tet. Dabei haben die einzelnen Klassenstufen festgelegte Tage für die Förderkurse der BEBS e.V.:

Montag:       5 und 6

Mittwoch:     7 und 8

Donnerstag: 9 und 10

Dienstags und freitags bieten wir in Zusammenarbeit mit unserem Kooperations­partner BEBS e.V. eine optionale Betreuung an. Dienstagnachmittags haben die Kinder die Möglichkeit zur freiwilligen Teilnahme an Arbeitsgemeinschaften aus den Bereichen Sport, Musik oder Kunst.

3.1.2        Inhalte

§1 des Schulgesetzes des Landes Nordrhein-Westfalen sagt:

„Jeder junge Mensch hat ohne Rücksicht auf seine wirtschaftliche Lage und Herkunft und sein Geschlecht ein Recht auf schulische Bildung. Erziehung und individuelle Förderung.“

3.1.3        Fachunterricht

Fachliche Inhalte, wie sie durch die Kernlehrpläne des Landes NRW und die schul­internen Lehrpläne vorgegeben werden, werden im Fachunterricht vermittelt. Dieser wird im Geiste einer Schule des längeren gemeinsamen Lernens im Klassenverband erteilt, d.h. die Schülerinnen und Schüler lernen gemeinsam. Um der Unterschiedlichkeit der Kinder gerecht zu werden, wird in drei Niveaustufen unterrichtet. Außerdem erhalten Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf nach ihren individuellen Bedürfnissen Hilfestellungen. Offene Unterrichtsformen, selbstgesteuertes Lernen, kooperative Methoden oder Elemente des Lernen Lernens sorgen für eine hohe Individualität im Lernvorgang.

Ab Klasse 7 nehmen wir in den Fächern Mathematik und Englisch eine äußere Differenzierung in Grund- und Erweiterungskurse vor. Ab Klasse 9 wird auch in den Fächern Deutsch und Chemie eine äußere Differenzierung in Grund- und Erweiterungskurse vorgenommen.

3.1.4        Lernzeiten

Notwendige Übungsphasen in den Hauptfächern werden in den Lernzeiten durchgeführt. Die Schülerrinnen und Schüler erhalten in Kooperation der Fachlehrer einer Stufe erstellte Wochenpläne bzw. Lernaufgaben, die sie selbständig bearbeiten. Die Pläne enthalten jeweils ein Fundamentum und ein Additum, um der Leistungsfähigkeit und dem Lerntempo jedes Kindes gerecht zu werden. Die eingesetzten Lehrkräfte bestätigen die Erledigung der Aufgaben durch ihr Zeichen. Wochenpläne und Lernaufgaben dürfen von den Kindern jederzeit mit nach Hause genommen werden, um den Eltern einen Überblick über die Arbeit der Kinder zu geben.

Der Ablauf der Lernzeiten ist ritualisiert, d.h. er ist in 4. Phasen unterteilt. Zu Beginn der Lernzeit erhalte die Schülerinnen und Schüler Zeit ihren Arbeitsplatz sowie die ihre Lernzeitaufgaben zu organisieren und am Platz bereitzulegen. Während der anschließenden „Einzelarbeitsphase“ und  Flüsterphase erledigen die Schülerinnen und Schüler selbstverantwortlich und eigenständig ihre Lernaufgaben. Gleichzeitig wird hier die Einhaltung von Gesprächsregeln und das kooperative Lernen eingeübt. Die letzte Phase der Lernzeit dient der Selbstkontrolle der zu erledigten Aufgaben sowie der Reflexion des eigenen Lernverhaltens. Eine abschließende Vergabe von Lernzeitpunkten soll die Lernmotivation und Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler fördern.

3.1.5        Außerschulische Lernorte und weitere Fördermaßnahmen

Um die Förderung an der Comenius-Gesamtschule auf eine breite Basis zu stellen, werden wir immer wieder einzelne Fördermaßnahmen anbieten und diese nach und nach in unser Konzept implementieren. Bisher sind dies:

  • Besuch der Stadtbibliothek durch alle fünften Klassen
  • Teilnahme aller fünften Klassen am Verkehrsquiz des Rhein-Kreises-Neuss
  •  Sport- und Spielfest mit dem Alexander-von-Humboldt Gymnasium in Jahrgang 5
  • Vorlesewettbewerb Jahrgang 6
  • „SchmExperten“ Jahrgang 6
  • Antiaggressionstraining in Jahrgang 6
  • Teilnahme am Girls-Day/Boys-Day in Klasse 7 (freiwillig), in Klasse 8 (verpflichtend)
  • Bewegte Pause – Sporthelfer
  • Mittagspausenangebote der BEBS (Kreativraum, Fußballspaß, Spieleraum)
  • AG-Angebote im Nachmittagsbereich (Voltigier-AG u.a.)
  • Projektwoche (Sport-Gesundheit-Soziales)
  • Teilnahme am Wettbewerb „Big Challenge“
  • DELF im Fach Französisch
  • Sponsored Walk (in unregelmäßigen Abständen oder alle zwei Jahre)
  • Teilnahme am Neusser Sommernachtslauf
  • Anne-Frank-Tag (Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage)

3.1.6        Fördern und Fordern

Die Comenius-Gesamtschule setzt einen großen Schwerpunkt auf die individuelle Förderung und Forderung. So haben wir als Gesamtschule neben dem differenzierten Fachunterricht auch die Möglichkeit, durch das Oluf-Palme-Modell ab Jahrgang 6 zusätzliche Förderkurse in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch anzubieten. Diese Kurse werden meist von Fachlehrern der Jahrgangsstufe unterrichtet, da diese die Schülerinnen und Schüler aus ihren Kursen kennen und bestmöglich helfen können.

Die Nachmittagskurse am Montag, Mittwoch und Donnerstag bieten eine weitere Möglichkeit der individuellen Förderung. Die Fachkonferenzen haben Themenschwerpunkte formuliert und für jede einzelne Förderstunde einen Lerninhalt festgelegt. Die Anmeldung zu den Förderkursen erfolgt durch die Erziehungsberechtigten. Die Teilnahme ist freiwillig, aber für ein Halbjahr verpflichtend. Durch die festgelegten Lerninhalte erhalten die Erziehungsberechtigten einen Überblick der Förderinhalte.

Forderkurse finden parallel dazu statt. Kolleginnen und Kollegen bieten aus unterschiedlichen Bereichen Kurse für interessierte Schülerinnen und Schüler an.

Die Kurse finden nicht statt, wenn die Lehrerversorgung nicht zu 100% sichergestellt ist.

Außerdem haben die Schülerinnen und Schüler der Comenius-Gesamtschule die Möglichkeit an dem Projekt Schüler-helfen-Schülern teilzunehmen, welches die individuelle Förderung der Kinder durch die Betreuung von Schülerinnen und Schülern der höheren Klassen anbietet.

Schülerinnen und Schüler die als Seiteneinsteiger an unsere Schule kommen erhalten einen individuell auf ihre Bedürfnisse und Wissensstand abgestimmten Stundenplan. In den speziell für diese Kinder eingerichteten DAZ-Unterricht erhalten diese Schülerinnen und Schüler gezielt auf ihren Leistungsstand abgestimmte Unterrichtsmaterialien und werden dabei von gezielt fortgebildeten Lehrpersonen beschult. Genauere Informationen hierzu sind dem „DAZ-Konzept“ zu entnehmen.

Ein weiterer Schwerpunkt der Comenius-Gesamtschule ist das soziale Lernen. Mit dem sozialen Training ab Jahrgangsstufe 5 fördern wir die Sozialkompetenz unserer Schülerinnen und Schüler. Im Rahmen des Projektes „Soziale Klasse“ erarbeiten unsere Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen in Zusammenarbeit mit der Klassenarbeit an gemeinschaftlichen Klassenregeln, leisten Hilfestellungen bei Problemen und Konflikten innerhalb der Klasse und die eigenständige Durchführung eines Klassenrates. Darüber hinaus übernehmen ausgewählte Schülerinnen und Schüler des achten Jahrganges eine Patenfunktion, um den Schülerinnen und Schülern den Übergang von der Grundschule zu erleichtern und bieten eine zusätzliche Anlaufstelle bei Fragen zum Schulleben und Konflikten. Des Weiteren haben die Schülerinnen und Schüler der … Jahrganges die Möglichkeit sich zum Sporthelfer ausbilden zu lassen und so aktiv das Pausenangebot mitzugestalten. Nähere Ausführungen enthält das „Präventionskonzept“ der Comenius-Gesamtschule.

Zur Förderung der Einhaltung von Schulregeln, des kooperativen Lernens und der Feedbackkultur wurde ab dem Schuljahr 2018/19 ein Ampelsystem für den fünften Jahrgang eingeführt, welches den Schülerinnen und Schülern eine individuelle Rückmeldung ihres eigenen Verhaltens nach jeder Unterrichtsstunde gewährleistet, um somit das soziale Miteinander und die Eigenverantwortung der Schülerinnen und Schüler zu fördern.

Für Schülerinnen und Schüler, die sehr unregelmäßig am Unterricht teilnehmen und sich dem Regelunterricht entziehen bietet die Comenius-Gesamtschule die Beschulung in der „Brückenklasse“ an. Unsere Sozialpädagogen arbeiten hier sehr eng mit den betroffenen Schülerinnen und Schülern zusammen, um ihnen die Teilhabe am Bildungssystem zu ermöglichen. Weitere Informationen entnehmen sie dem Konzept der Brückenklasse.

3.1.7  Einzelne Fördermaßnahmen

Innerhalb unserer jährlichen Projektwoche haben die Schülerinne und Schüler die Möglichkeit in den Jahrgängen 7-9 Projekte nach ihren individuellen  Neigungsschwerpunkten zu wählen (Sport, Gesundheit, Soziales, Musik, Kunst). Der 5. Jahrgang sowie der 6. Jahrgang arbeitet an für die Jahrgangsstufe relevanten Themengebieten („Konflikte lösen lernen“, „SchmExperten“).

3.1.8  Diagnostik und Lernstand

Kurz nach den Sommerferien wird im Jahrgang 5 im Fach Mathematik eine Diagnosearbeit geschrieben, die landesweit einheitlich ist. Mit der Übermittlung der Ergebnisse erfolgt eine Auswertung, die einen individuellen Förderschwerpunkt für jeden Schüler aufzeigt. So wird der Mathematikunterricht so strukturiert, dass Defizite aufgearbeitet werden können. Am Ende des Schuljahres steht ein Re-Test an, um Lernerfolge aufzuzeigen.

Ebenfalls findet zu Beginn des Schuljahres im Jahrgang 5 der „Duisburger Sprachstandstest“ im Fach Deutsch statt. Auch hier erhalten die Schülerinnen und Schüler einen individuellen Überblick über ihr Können und mögliche Defizite. Lese- und Hörverstehen, Grammatik und Sprachgebrauch werden getestet. Am Ende des Schuljahres findet auch hier ein Re-Test statt, um Lernerfolge aufzuzeigen.

Die Lernstandserhebungen im Jahrgang 8 sind ein weiteres Mittel der Diagnose. Aufgrund der Ergebnisse erhalten die Schülerinnen und Schüler ihren aktuellen Lernstand in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch.

Diese Ergebnisse nutzen die Fachkonferenzen, um mögliche Konsequenzen für den Fachunterricht festzulegen. Ziel dieser Maßnahme ist ein gutes Abschneiden bei den „Zentralen Abschlussprüfungen“ in Jahrgang 10.

An unseren zweimal jährlich stadtfinden Beratungstagen werden in einem 20-minütigen Elterngespräch der Leistungsstand sowie die sozialen Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler evaluiert und gemeinsam mit den Eltern individuelle Zielvereinbarungen zur Weiterarbeit verabredet. Die Einhaltung und der Erfolg der Zielvereinbarungen werden am darauf folgenden Beratungstag überprüft und reflektiert.